Unser Ausflug begann als eine virtuelle Fahrt
selbstverständlich am Bahnhof "Busiasch-Bai". Wir näherten uns aus der Wandelbahn
der Stelle wo einst der Erdhügel stand, der als Prellbock diente. Die dicken
Kastanienbäume Drum - herum stehen immer noch als stille Zeugen einer vergangener
Zeit da. Des weiteren kommen wir auf dem ehemaligen Bahnsteig. Die Stelle an
der die kleine Bahn immer auf ihre Kurgäste wartete, ist heute nur noch ein
Stück Wiese, die sich zwischen Bahnsteig und Weidenbach bis zur Baumstamm -
Brücke am Parkeingang, ausbreitet.
Alles was hier noch an einen Bahnbetrieb erinnert, ist die Einschrift auf der
Glastür der ehemaligen Reiseagentur der CFR: "Bine ati venit!" (Willkommen!)
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Ehemaliger Lokschuppen und |
Der Bahnhof Busiasch - Bai hatte insgesamt
4 Gleise: Das erwähnte Umsetzgleis, daneben das Hauptgleis, das Gleis
zum Lokschuppen, und als Letztes, das Gleis in der Fabrik, auch Garagengleis
genannt. |
Das Warmwasserbad (Phönix Bad)

Nun laufen wir dem Phönix Bad entlang und müssen feststellen,
daß das Gebäude ein sträflich vernachlässigter Zustand aufweist. An der
Ecke "30 Decembrie", wo einst das total heruntergewirtschaftete Pipusch-Haus
stand, verlassen wir das Bahnhofsgelände in Richtung "Gara Busiasch". Am
Ende des Gebäudes Phönix Bad, treffen wir auf eine ziemlich neu errichtete
Brücke über den Weidenbach in einer modernen Architektur.An
der gleichen Stelle allerdings in einer schrägen Lage zum Weidenbach, befand
sich früher eine Holzbrücke die als Übergang im Park und zum Strand diente.
Über der gleichen Brücke wurde das Kesselhaus der "Bai" mit Brennstoffe
und Materialien aus der Fabrik versorgt. Als Transportmittel waren hier
Waggonetten auf eine Schmalspur Strecke eingesetzt. Einer der zwei Brückenträger
aus Profilstahl und ein Brückenkopf blieben noch erhalten. Die Streckentrasse
der kleinen Bahn wurde an dieser stelle gleich nach dem Abriß in einer einspurigen
Asphaltstraße
verwandelt.
Der Weg führt uns nun am Büschl - Haus vorbei, entlang
des Weidenbaches bis an jener Stelle wo sich einst auf der linken Seite die
"Gara Ileana" befand.
Übermäßig
lang hingen die Zweige aus den Trauerweiden (Salix babylonica) zwischen der
Streckenstraße und Weidenbach herunter. Sie strahlten ein Bild von trister Melancholie
aus, die gleiche Wehmut die wir auch für die kleine Bahn empfanden...
Mein Sohn Christian kannte die kleine Bahn nur aus Bilder und Erzählungen. Namen
wie Etelka und George waren ihn jedoch aus den Gute Nacht Geschichten, die ich
für ihn Abends erfinden mußte, bekannt.
Kurz nach dem Bermoser - Haus passierten wir noch die Brüche über den Silascher-Bach
der hier in den Weidenbach mündet. Die Brückenkonstruktion der CFR wurde an
dieser Stelle beibehalten und mittels einer Betonplatte einfach d'rübergeteert.
![]() Das Olatschy Haus in der Kurwe |
Ab der "Gara Ileana" verläuft die Stecke nicht mehr dem Weidenbach entlang. An einer scharfen Rechtskurve beginnt "Strada Grivitei". Mitten in dieser Kurve befindet sich das heute noch erhaltene Olatschy Haus. An dieser Stelle war die Strecke wegen der engen Kurve immer stark verschlissen. Als in den kleinen Bahn Zeiten auch schwere Schlepptenderloks oder später auch Dieselloks zur Apemin mit dem Güterzug fuhren, gab es an dieser Stelle immer ein lautes Quietschen der Räder auf den Schienen und der Zug fuhr Schrittempo, so daß man ohne Weiteres auf- und abspringen konnte. In dieser Kurve überquerte auch ein Gehweg die Strecke. Das Olatschy Haus verdeckte die Sicht auf einer Seite der Strecke komplett. Es gab aber trotzdem an dieser Stelle meines Wissens nach nie einen Unfall. Das Quietschen der Bahnräder war ja nicht zu überhören! |
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Ende der Strecke Ein paar Meter weiter ist der Abbau
der Strecke nicht mehr fortgesetzt worden. Es hatte natürlich seine
Gründe: Auf der linken Seite der Strecke ist über mehrere hundert qm
eine Mischanlage für Straßenbelag entstanden, die über den Bahnweg mit
Rohstoffe versorgt werden mußte. Über Jahrzehnte hinweg hat dieses Monstrum
für Rauch, Gestank und Lärmbelästigung in der Beba gesorgt. Bessere
Straßen gab es aber in der Busiascher Gegend deswegen nicht! Auf der gegenüberliegenden Seite liegt „die Ruine“ des ehemaligen
Schlachthauses.
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Weiche zu Apemin |
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Die Rampe der Militärs |
Alles ist zum verderben verurteilt. Der Allgemeinzustand der Strecke ist an dieser Stelle erheblich vernachlässigt. |
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Das Signal
Im weiterem Verlauf begegnen wir das Eingangssignal zum Bahnhof Busiasch. An dieser Stelle mußte die kleine Bahn immer warten wenn sie keine freie Einfahrt am Bahnhof hatte. Als sich die kleine Bahn dem auf "Halt" stehende Signal näherte, gab es lange Pfeiftöne um den Signalsteller am Bahnhof daran zu erinnern daß es Zeit für die kleine Bahn ist, falls er es ja doch "vergessen" haben sollte. Ab und zu hat der Trick funktioniert! ...Oder war das immer Zufall !? |
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Einfahrt aus Lugosch und Bad-Busiasch |
Die Bahnhofsbrücke |
Die Strecke macht nun einen kleinen Bogen und nähert sich der Bahnhofsbrücke, wo ja eigentlich schon das Bahnhofsgelände beginnt. Die Bahnhofsbrücke war und bleibt immer ein schöner Aussichtspunkt um den Bahnbetrieb am Bahnhof zu beobachten.
Unter der Brücke gab es auf der "Busiasch-Bai" Strecke in den frühen 80' Jahren eine schwere Entgleisung. Der beladene Güterzug mit Mineralwasser wurde eines Morgens von einer DHC 040 aus der Apemin zum Bahnhof herausgezogen und dann passierte es! An der Weiche unter der Brücke sprang aus unbekannten Gründen ein Waggon aus den Schienen. Bis der Zug endlich zum stehen kam, war der Waggon mit beiden Achsen schon auf den Schwellen, einen halben Meter von den Schienen entfernt. Die Bergung war wegen fehlende Zufahrtsmöglichkeit ziemlich schwierig. Jede Mineralwasserflasche mußte von Hand in einem Traktoranhänger umgeladen und zu Apemin zurückgebracht werden. Erst nach kompletter Entladung konnte der Waggon wieder auf den Schienen gehoben werden. So ein entgleister Waggon darf laut CFR-Vorschriften nicht mehr beladen werden sondern muß umgehend in der Werkstatt zur Untersuchung der Lager und Radreifen.
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Bahnhof Busiasch Wir kommen nun am Bahnhof an und befinden uns auf Gleis 2, kurz nach dem Wasserkran. An dieser Stelle wartete auch die kleine Bahn immer auf ihre Fahrgäste die nach "Busiasch-Bai" zur Kur wollten. Die kleine Bahn teilte sich das Gleis 2 mit den grünen Schienenbusse (Automotoarele) nach "Gataia" und "Jamul-Mare". Das war nur möglich weil die zwei Zügen in gegengesetzten Richtungen fuhren. |
Hier endete nun unsere virtuelle Fahrt mit der kleinen Bahn.
Ich konnte somit meinem Sohn auf dieser Art und Weise sein Bild über die "Etelka-Strecke"
mit wichtige Einzelheiten, abrunden.
Ein schönes Stück Erinnerung wurde auch für mich wieder lebendig. Mit dem Abbau
der Strecke "Busiasch - Busiasch-Bai" auf der einst Loks und Triebwägen aller
Art, von der Dampflok Etelka bis zum Diesel 20.001 im Einsatz waren, ist meiner
Meinung nach ein wichtiges Stück Vergangenheit zerstört worden.
Ottmar Löffler und Sohn Christian
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