142 - Baureihe (Typ 1`D2`)
Die
Dampflokomotiven mit der Achsfolge 1`D2` wurden entwickelt/gebaut fast exklusiv
in den USA. Hier waren sie unter den Namen 2-8-4 "Berkshire" bekannt und wurden ab 1925 von der
Lokomotivenfabrik "Lima Locomotive Works" für die "Boston und Albany" und für
"Illinois Central" gebaut.
In der Lokomotivfabrik Floridsdorf wurde unter dem
Chefkonstrukteur Wilhelm Schindler, 2 Prototypen mit 2 bzw. 3 Zylinder mit
der Achsfolge 1`D2` entwickelt. Der erste Prototyp mit 3 Zylinder mit der
Bezeichnung 114.01 wurde 1929 vom Wiener Neustadt gebaut. Beide Prototypen
wurden mit gleichen Kessel ausgestattet. Bei den Versuchsfahrten mit beiden
Prototypen hatte man festgestellt daß der 2-Zylinder Prototyp 15 % mehr Leistung
brachte als der 3-Zylinder Prototyp. Es wurden 1.700 KW (2.300 Cpi)
erreicht.
Die Lokomotiven der BBÖ wurden wie folgt
gebaut:
114.01
WrN 5817/1929 112.01 + 1953
214.01
WLF 2970/1928 12.01 + 1961
214.02-07 WLF 3039-3044/1931
12.02-07 + 1961
214.08-13 WLF 3099-3104/1936
12.08-13 + 1962
Alle 14 Lokomotiven wurden auf der "Westbahn" zwischen Wien Westbahnhof und Salzburg, später bis Passau und Regensburg eingesetzt. Sie wurden alle verschrottet außer der 12.10 die im Technischen Museum in Wien zu sehen ist.
C.F.R. ließ diese Reihe nach Erhalt der Lizenz im Maschinenbauwerk Resita (UDR) und in der Lokomotivfabrik Malaxa in Bukarest (37 bzw. 42 Stück) zwischen 1937 -1940 bauen.
142.001
- 005 N. Malaxa SAR
Bukarest
142.006 -
010 UD Resita
142.011 -
022 N. Malaxa SAR
Bukarest
142.023 -
038 UD Resita
142.039 -
042 N. Malaxa SAR
Bukarest
142.043 -
047 UD Resita
142.048 -
049 N. Malaxa SAR
Bukarest
142.050 -
051 UD Resita
142.052 -
065 N. Malaxa SAR
Bukarest
142.066 -
074 UD Resita
142.075 -
079 N. Malaxa SAR
Bukarest
Die
Lokomotiven der Baureihe 142 hatten die gebräuchliche Kohle- und Öl-
Zusatzfeuerung und standen vor den schwersten und wichtigsten Schnellzügen auf
Hauptstrecken im Einsatz.
Die Maschinen die in der Lokomotivfabrik Malaxa gebaut
wurden hatten anfangs alle Caprotti Steurung. Um 1939 nach dem Tod Caprotti`s,
kam sein Nachfolger nach Rumänien und baute auch bei den nächsten 10 Lokomotiven
noch seine Steuerung ein. Da die Funktion der "Caprotti"-Steuerung nicht
zufriedenstellend war, hat man sich für Lentz-Ventile entschieden.
Für die Lokomotiven
die in Resita gebaut wurden, war die äußere Steuerung von Typ Heusinger und die
innere Steuerung war mit Lentz-Ventile vorgesehen. Ein Vorteil dieser Ventile
war der Druckausgleich auf beiden Seiten des Kolbens, beim Fahren mit
geschlossenem Regler. Das geschah durch das gleichzeitige Öffnen der Ventile
(Einlaß und Ausgang) automatisch beim schließen des Reglers mit Hilfe eines
Drucks-Servo- Motors des Typ Rihosek.
Die Herzustellung dieser Ventile brachte nach dem Zweiten Weltkrieg erhebliche Schwierigkeiten bei der Erhaltung und Wartung dieser Lokomotiven, mit sich. Deshalb hat man bei der 142.015 die Steuerung Trofimov getestet. Die Kolbenschieber der Trofimov- Steuerung dieser Lok wurden aus Aluminium hergestellt (einmalig in Rumänien) und sie war so im Einsatz bis zu ihrer Verschrottung. Der Kreuzkopf der 142-Baureihe war aus einer Stahl-Vanadium Legierung mit einer Festigkeit von 70 daN/cm2 hergestellt. Die Treibstange mit einer Länge von 4250 mm und einem Gewicht von 2000 daN (ca. 200 Kg) wurde aus einer Stahl-Nickel Legierung hergestellt und ist die längste Treibstange für Lokomotiven auf der Welt. Die Loks hatten 7 Schmierpumpen (2 für überhitztem Dampf, 2 für die Achsen und jeweils eine für die Luftpumpe, Wasserpumpe und für die Schmierung der Spurkränze. Die ersten 4 Pumpen waren vom Typ Friedmann und sind später auch in Rumänien hergestellt worden. Ferner waren diese Loks auch mit einen AEG Turbogenerator für die Innenbeleuchtung und mit einem Geschwindigkeitsmesser vom Typ Rezsny, ausgestattet. Diese Lokomotiven besaßen ein führendes Krauss-Helmholtz-Drehgestell (die Laufachse und die 1.Kuppelachse). Die Laufachsewar um 140 mm Seitenverschieblich und die 2. und 3. Kuppelachsen um 15 bzw. 20 mm. Als einzige nichtverschiebliche Achse war die 4. Kuppelachse ausgelegt. Die zwei Schleppachsen hatten den gleichen Raddurchmesser wie die Laufachse und waren ebenfalls auf ein Drehgestell verbaut. Die Lok konnte mit hoher Geschwindigkeit auch in Kurven mit kleinen Radien sicher fahren. Sie konnten eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Km/h erreichen, obwohl auf der Höchstgeschwindigkeitstafel nur 110 Km/h vermerkt waren.
Die Lok 142.063 wurde an die Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG) über Mecanoexport verkauft und wurde am 18.12.1985 von Bw Arad nach Österreich transportiert. Dieser Spezialtransport (ca. 200 t) wurde in 5 Tagen und 4 Nächten (650 Km) bewältigt. Die Lok kam am 22.12.1985 um 21 Uhr in Bw Amstetten an. Nach fast 10.000 Arbeitsstunden war die Restaurierung fertig und die Lok hatte das Aussehen der Österreichische Baureihe. Die Lok bekam die Nummer 12.14. Das Foto zeigt die Lok bei der Probefahrt in Mai 1993.
![]() |
![]() |
|
Das Foto zeigt die Lok 12.14 bei der Probefahrt in
Mai 1993 |
Lok 12.14 - ehemals CFR
142.063 |
Herr Erich Resch, einer der Betreuer
der Lok 12.14, die im Besitz der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte
ist, schrieb uns am 17.04.2002 folgende Email:
" Ich habe mit dieser
Maschine, viele schöne, aber auch negative Erlebnisse gehabt. Seit der
Inbetriebnahme, haben wir ungefähr bescheidene 17000km zurückgelegt. In ihrer
Beschreibung gab es angeblich Probleme mit der letzten Kuppelachse mit
Heißläufer, die Ich nicht bestätigen kann. Wir hatten eher Ausfälle mit der 1.
und 2. Laufachse. Ich konnte vor 1.1/2Jahren durch Umbau der Zentralschmierung ,
durch mehr Ölzufuhr zu den Drehgestellauflageplatten die Laufeigenschaften
verbessern. Die Vibrationen im Triebwerk zwischen 60 bis 70km/h treten bei ihr
eher bei 110 bis 120km/h auf, und sind bis jetzt ohne Auswirkung. Ich habe noch
andere Verbesserungen eingebaut, die beschreibe ich bei nächsten Kontakten. Mit
freundlichen Grüße Ihr Erich Resch!!"
![]() |
![]() |
|
Lok 142.044 vor der
Restaurierung |
Lok 142.044 bei einer
Sonderfahrt |
![]() |
![]() |
![]() |
| Lok 142.063 |
Lok 142.033 - Bw Arad 1989 |
142.072 - Lokomotivenmuseum in
Resita |